Posted by Marc on 31st Mai 2009

Back in Time: einfache Backup-Möglichkeit für Linux

Gestern habe ich von dem Programm Back in Time für Linux-Systeme gehört. Dabei handelt es sich um ein Programm, welches das Erstellen von Backups unter Linux-Systemen ermöglicht, wobei es auf rsync zurückgreift, diesem jedoch eine komfortable Graphfische Benutzeroberfläche bereit stellt, was das ganze etwas komfortabler macht. Dabei stellt Back in Time ein GUI für GTK-Benutzer und für KDE4-Benutzer bereit, sodass sich das Frontend in den meisten Desktopumgebungen gut integriert.

Back in Time

Das ganze ist recht einfach aufgebaut. In der linken Spalte findet man die bislang erstellte Snapshots, in der mittleren Spalte finden sich Verknüpfungen zu den Verzeichnissen, von denen ein Backup erstellt wird, und in der rechten Spalte befindet sich die Ordnerstruktur. So kann man mit den beiden rechten Spalten schnell und einfach in die Ordnerstruktur des Backups schauen und sie etwa mit der aktuellen Ordnerstruktur vergleichen.

In den Einstellungen kann man festlegen, welche Verzeichnisse gesichert werden sollen und hat auch die Möglichkeit, bestimmte Dateitypen auszuschließen (beispielsweise versteckte Dateien). Außerdem bietet Back in Time auch die Möglichkeit an, automatisch in regelmäßigen Abständen Backups zu erstellen – ich habe Back in Time etwa so eingestellt, dass automatisch jeden Monat am Samstag Abend ein Backup von meinem /home-Verzeichnis erstellt wird, welches auf meiner externen Festplatte gespeichert wird.
Ein sehr gutes Feature, welches Back in Time hierbei mit sich bringt, ist, dass es die Möglichkeit bietet, bei neuen Backups nur die Dateien erneut zu speichern, welche seit dem letzten Backup verändert wurden, was natürlich eine Menge Platz auf der Festplatte sparen kann.

Back in Time ist meines  Erachtens die wohl komfortabelste Lösung für Backups unter Linux, die es zur Zeit gibt. Natürlich kann man das ganze auch über das Terminal über rsync und cronjobs erledigen, aber Back in Time bietet noch ein paar nette zusätzliche Funktionen, die das Programm für mich zu einem Pflichtprogramm auf jedem Linux-Rechner in meinem Haus machen. Von mir also eine klare Empfehlung.

Unter (K)Ubuntu-Systemen lässt sich Back in Time einfach aus der Paketverwaltung installieren. Für das KDE-Frontend mit:

sudo apt-get install backintime && sudo apt-get install backintime-kde

Oder das Gnome-Frontend mit:

sudo apt-get install backintime && sudo apt-get install backintime-gnome

    Ein Kommentar

  1. Wohin das Backup letztendlich gespeichert wird ist egal. Auf meinen Servern läuft das Backup über ein Shellscript (bash), das folgendes realisiert:

    1) Die Archive vom Vortag werden umgenannt, damit sie noch nicht überschrieben werden. Speicherort ist ein spezielles Backup Unterverzeichnis auf der größten Partition, wo noch mehr als genug freier Platz vorhanden ist und das nicht von tar gesichert wird. (per explude auslassen oder Pfad nicht bei tar angeben)

    2) Mit tar werden mehrere Archive des Dateisystems erzeugt. (tar cjf archivname1.tgz pfad1 pfad2 pfad3 [...])
    Mehrere Archive, da bestimmte Verzeichnisse getrennt gesichert werden, z.B. einmal die zentralen Konfigdateien in /etc, einmal die Anwenderdaten (http, ftp sowie smtp/pop3/imap Server), einmal nur die Dateien des Betriebssystems.

    3) MySQL wird in einem eigenen Job gesichert. Nach flush-tables einmal normal über das Dateisystem. Zuätzlich werden alle Datenbanken über mysqldump exportiert und die SQL Dumps dann in einem Archiv zusammengefasst. Da wo Daten extern gesichert werden, werden die MySQL Sicherungen sicherheitshalber noch per gpg verschlüsselt.

    4) Wo nötig und möglich werden abschließend die Dateien extern gesichert, z.B. auf einem vom Internet Provider zu diesem Zweck zur Verfügung gestelltem Backup Server. Dort erledigt ncftpput dies per Script-Upload.

    In anderen Fällen werden die Daten auf eine zusätzliche Festplatte im System kopiert, z.B. per rsync auf eine dafür vorgesehene Backup Festplatte im gleichen Rechner gespiegelt. Das hat den Vorteil, dass neben dem reinen tar Backup, das dabei mit übertragen wird, zudem noch eine Spiegel-Kopie des gesamten Servers vorhanden ist. So kann im Fall der Fälle der Server durch einfaches Booten von der Sicherungsplatte direkt wieder in Betrieb genommen werden.
    Die Backup Festplatte ist im normalen Betrieb ausgehängt, wird im Script nach fsck nur für das rsync eingebunden.

    Alternativ oder auch zusätzlich könnten die Archive per rsync oder auch einfach nur als Dateikopie, wenn nicht anders möglich, auf jedes beliebige Medium in PC oder irgendwo im Netz kopiert werden.
    Eine andere Alternative wäre eine Samba Freigabe auf dem Linux Rechner, so dass sich z.B. ein Windows basierender Backup Server die Archive selbständig holen kann. (sollte kein Linux Agent vorhanden sein)

    Möglichkeiten stellt das Linux System mehr als genug zur Verfügung. Für jedes Szenario kann das optimal passende genommen werden. Je nach Umgebung gibt es sicherlich noch andere, vielleicht bessere Lösungen zur Datensicherung.

    Thomas

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