Posted by Marc on 11th März 2009

Die lächerliche EU-Klage gegen Microsoft

Ufff, es war ganz schön lange ruhig in diesem Blog, wofür ich mich an dieser Stelle entschuldigen möchte.

Internet Explorer

Um nun aber zum eigentlich Thema zu kommen: Ich bin weißgott kein Microsoft-Anhänger, ganz im Gegenteil, aber die neue EU-Sammelklage gegen Microsoft, der sich unter anderem bereits Mozilla, Google und Opera angeschlossen haben, ist ja mal in höchstem Maße lächerlich.
Die EU-Kommission ist der Meinung, die standardmäßig Auslieferung von Microsofts Betriebssystem Windows gekoppelt mit dem Internet Explorer verstoße gegen das europäische Kartellrecht und schade dem Wettbewerb der Webrowser. Aus diesem Grund wird man im kommenden Windows 7 den Internet Explorer als Bestandteil der Windows-Installation auch abschalten können.

Das finde ich aus zwei Gründen absolut lächerlich. Zum einen machen essentielle Bestandteile wie ein Webrowser, ein Media-Player oder auch ein E-Mail-Client ein Betriebssystem erst wirklich rund und man könnte die Klage beliebig auf andere Kernbestandteile des Windows-Systems ausweiten. Der eingebaute Editor schadet anderen Editor-Programmen, wie etwa Notepad++, Windows Mail schadet Alternativen wie Thunderbird etc pp – zumindest in Anbetracht der Argumentation der EU-Kommission wäre dies logisch.
Zum anderen frage ich mich, weshalb Microsoft verklagt wird, weil der Internet Explorer an Windows gekoppelt ist, während es ja beispielsweise bei Apple kein Problem ist, dass der Safari-Browser fester Bestandteil von Mac OS X ist.

Trotz aller Abneigung, die ich gegen Microsoft, Windows und den Internet Explorer hege, die EU-Kommission macht sich mit dieser Klage einfach nur lächerlich.

    2 Kommentare

  1. Anton Stein sagt:

    Habe davon bis jetzt noch nichts gehört – Aber das ist nun wirklich lächerlich, vorallem wenn es um so etwas wie den Explorer geht. Ich wage jetzt einmal die Vermutung, dass sowieso so ziemlich jeder Mozilla, Opera etc. bekannt sind, der im Internet surft und gerade auch deshalb gern etwas anderes ausprobiert, AUCH WENN es immer einen Internet Explorer vorinstalliert gibt.

  2. Thaniell sagt:

    @Anton: Was glaubst du warum der IE immer noch die Marktführerschaft hat? Weil die meisten Leut eben einfach das nehmen was da ist und keine Ahnung haben dass es noch was anderes gibt!

    Freilich ist die Auswahl des Browsers willkürlich, den Politikern ist noch nicht so ganz klar, dass Internet heute zum Computer dazugehört. Rührt wohl noch aus Zeiten des Browserkrieges. Aber der generelle Punkt ist schon treffend, MS hat immer noch ein Monopol im Heimbereich und kann sich damit in allen Bereichen in denen sie ihre Lösung mitliefern problemlos durchdrücken. Keine gute Voraussetzung für Konkurrenz und Vielfalt in der Auswahl. Und wer die Anwendungsstandards definiert, kontrolliert auch zu weiten Teilen welche Features umgesetzt werden können bzw. kann immer eine Nase voraus sein, weil jeder kompatibel zum Monopolisten bleiben muss.
    Wo man nun die Linie zwischen Systemkomponente und externer Anwendung zieht ist freilich nicht irgendwie logisch vorgegeben.

    Das Internet ist aber ein gewichtiges Medium für die nächsten Jahre, wer die Standards dort diktieren kann hat automatisch einiges an Einfluss und Vorsprung in allen Netzbereichen. Trotz einiger Fastmonopole im Browsermarkt, hat es aber zum Glück bisher keiner geschafft sich wirklich als Monopolist länger durchzusetzen, was nicht zuletzt auf der offenen Internetkultur liegt. Nichtsdestotrotz macht die Klage unter diesen Aspekten schon Sinn – ob sie sein muss ist ein anderer Punkt – zumal die Vorherrschaft von MS allmählich zu bröckeln beginnt.

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